Wer sich mit dem Hobby der Tiffany Glaskunst auseinander setzt, will natürlich früher oder später auch eigene Tiffanylampen gestalten. Dafür muss man jedoch zunächst einmal die richtige Anwendung der Tiffany Technik verstehen lernen. Welche Werkzeuge und Materialien notwendig sind, wissen wir ja bereits. Nun gilt es, die Gläser richtig zu verarbeiten. Dabei kann die Tiffany Technik grob in fünf Schritte unterteilt werden. Zwar gab es ein paar kleinere Änderungen der Technik in den vergangenen Jahren, doch im Großen und Ganzen sind die Arbeitsschritte nach wie vor ähnlich, wie zu Zeiten C. L. Tiffanys.
Schritt 1 – Die Schablone
In der Regel wird zunächst eine Schablone für die Tiffanylampen angefertigt. Sie kann anschließend mit Hilfe von Blaupapier auf festen Karton übertragen werden. Der Karton wird nun auf das Glas gelegt und die Schnittstellen mit einem wasserfesten Stift angezeichnet. Wichtig ist es hierbei, auf eine hohe Genauigkeit zu achten. Denn diese ist notwendig, damit die einzelnen Glasstücke später perfekt zusammen passen.
Sinnvoll ist es ebenfalls, die Kartonschablonen etwas kleiner zu wählen, als die Glasteile. Nur so kann die Anzeichnung maßgenau erfolgen. Außerdem ist darauf zu achten, wie das Glas strukturiert ist. Sollen in den Tiffanylampen mehrere Blütenblätter zu sehen sein, so sollten sie alle mit Gläsern in einer Quermaserung angefertigt werden. Hier darf kein Blütenblatt plötzlich mit einer Längsmaserung aus der Reihe tanzen.
Schritt 2 – Glas zuschneiden
Im zweiten Schritt wird das Glas zugeschnitten. Hierbei wird der Glasschneider benötigt. Idealerweise sollte er über ein hartes Rädchen verfügen, das einen genaueren Schnitt zulässt und länger hält. Für einen geraden Schnitt ist die senkrechte Haltung des Glasschneiders empfehlenswert. Dabei ist auf einen gleichmäßigen Druck an allen Stellen zu achten. Durch einen wechselhaften Druck kann das Glas schnell ungewollt brechen.
Gleiches gilt, wenn mehrfach über einen Schnitt gefahren wird. Auch bei sehr feinen Spitzen oder Rundungen sollte man nicht nur einen Schnitt ausführen. Hier sollten mehrere Zwischenschnitte durchgeführt werden, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Andernfalls kann es hier ebenfalls schnell zum Glasbruch kommen.
Schritt 3 – Glas brechen
Beim Brechen des Glases kommen wieder zweierlei Varianten zum Einsatz. Zum Einen kann mit den Händen gearbeitet werden. Sie werden beidseitig neben den Schnitt gelegt, die Daumen liegen auf dem Glas. Anschließend kann das Glas vorsichtig gebogen werden, bis es bricht. Allerdings eignet sich dieses Verfahren nur für größere Gläser, kleine Stücken lassen sich besser mit der Brechzange brechen. Hierfür sollte das Sichtloch direkt über dem Schnitt liegen. Durch das Zusammendrücken der Brechzange wird das Glas vorsichtig gebrochen.
Besonders wichtig beim Brechen des Glases ist ein schnelles Handeln. Der Bruch sollte sofort nach dem Zuschneiden erfolgen, da sich die feinen Schnitte sonst wieder schließen können, wodurch es zu einem unkontrollierten Glasbruch kommt.
Schritt 4 – Glas schleifen
Der vierte Schritt auf dem Weg zur Herstellung von Tiffanylampen beinhaltet das Schleifen des Glases. Hierfür kann die Carborundfeile verwendet werden, alternativ auch eine Schleifmaschine, die noch bessere Ergebnisse erzielt. Die Schleifmaschine sollte stets über ausreichend Wasser im Behälter unter der Arbeitsfläche verfügen. Mit diesem Wasser wird der Schleifkörper stetig befeuchtet.
Der Schliff des Glases ist nicht nur notwendig, um eine möglichst perfekte Form der Gläser zu erhalten, sondern auch deshalb, weil sich die Kupferfolie besser auf ebenen Flächen anbringen lässt.
Schritt 5 – Glas einfassen
Im fünften und letzten Schritt zur Herstellung der Tiffanylampen werden die Glasstücke in die Kupferfolie eingefasst. Dabei sind besonders die selbstklebenden Folien zu empfehlen. Die Folie sollte nach dem Falzen noch einen Millimeter überstehen, damit ein möglichst genaues Ergebnis erzielt wird. Wichtig ist ebenfalls, dass das Glas von sämtlichen Fettresten und dem Schleifstaub gereinigt wird. Sonst kann die Kupferfolie nicht halten.
Sollte die Kupferfolie bereits oxidiert sein oder Flecken aufweisen, sollte sie zunächst mit etwas Stahlwolle abgerieben werden. Dadurch lässt sie sich im Anschluss besser verlöten. Aus diesem Grund ergibt sich auch die Empfehlung, den Vorrat an Kupferfolie nach Möglichkeit gut geschützt, etwa in Plastiktüten, aufzubewahren.